SECRET TRAVEL

Meine Reise-Experten

Wellness mit Kapern in Apulien • Junker auf Zeit

Piraten, Eroberer und Sarazenen – Apuliens Küste war über die Jahrhunderte einer steten Bedrohung ausgesetzt. Als Schutz diente ein komplexes System befestigter Landgüter. Einige von ihnen sind heute als Hotels ausgebaut. Ihre Spezialität: Wellness-Anwendungen mit Kapern für eine gesunde Kopfhaut und volles Haar.

Besonders dramatisch beleuchtet man ein Gebäude durch eine Pechnase. Das Licht stolpert als schmaler Streifen die raue Fassade hinunter und betont Türen und Fenster, denen sie in kriegerischen Zeiten Schutz versprachen.

Möglichkeiten für dramatische Beleuchtungseffekte gibt es an den Küsten Apuliens auch heute noch im Überfluss. Über Jahrhunderte war die Region eine Art Außengrenze der christlichen Welt und ein beliebte Ankerplatz für marodierende Piraten.

Eine geschlossene Kette von Mini-Burgen

ApulienEntlang der gefährdeten Küstenregionen legte man deshalb eine geschlossene Kette befestigter Landhäuser, so genannte Masserien, an. Sie liegen meist in einer sicheren Entfernung von ein bis zwei Kilometern zum Meer. Ankommende Schiffe konnte man aus dieser Distanz und vom leicht erhöhten Gelände frühzeitig sehen. Bis die Seeräuber oder feindliche Soldaten an Land gegangen und die kleinen Trutzburgen erreicht hatten, war man auf ihren Ansturm vorbereitet.

Außerdem waren die Anwesen stets in Sicht- oder sogar Rufweite angelegt. Die Kunde von einer nahenden Bedrohung verbreitete sich also schnell über die gesamte Küste bis in die befestigten Städte.

Tourismusfeindliche Strategievorteile

Heute sind die verbliebenen Masserien eine architektonische Perle, die auch Gegenden abseits der touristischen Zentren aufwertet. Viele dienen noch immer als Bauernhöfe, einige beherbergen Gäste. Ihr strategischer Vorteil, die Lage etwa anderthalb Kilometer vom Meer entfernt, ist aus touristischer Sicht ein Nachteil. Die besseren Hotels locken deshalb meist mit einem Fahrdienst zum Meer oder einem privaten Strand.

Zu den schönsten Hotels, die in eines der alten Landgüter eingezogen sind, zählt die Masseria Torre Maizza. Das trutzige Haupthaus ist vorbildlich restauriert und beherbergt neben der Rezeption auch einige Gästezimmer. Die Mehrzahl der Unterkünfte befindet sich in ebenerdigen, an Wirtschaftsgebäude erinnernden Flachbauten mit Blick auf die Olivenhaine der Umgebung.

Zu den architektonischen Höhepunkten der Anlage zählt der Wellness-Bereich. Sein Grundstein wurde in prähistorischer Zeit gelegt – genau genommen wurde er fortgeschwemmt. Der Spa befindet sich in einer unterirdischen Grotte, die ein längst verschwundener Fluss in den weichen Fels gegraben hat; www.masseriatorremaizza.com

Wellness mit Kapern in ApulienArm aber sexy

Wenn sich Erntehelfer über den Acker schleppen erwartet man keine Wesen, die der Loreal-Werbung entstiegen sein könnten. Zu Unrecht, behaupten die Apulier, denn in der Region erntet man Capparis spinosa, die Blütenknospen des Echten Kapernstrauches. Sie enthalten Wirkstoffe, die den Wachstumszyklus des Haares fördern, die Wurzeln stärken und das Haar mit Feuchtigkeit versorgen.

Während der Schweiß treibenden Arbeit fahren sich viele Erntehelfer immer wieder durch die Haare und verteilten damit auch Kapernreste auf dem Kopf. Das klingt unappetitlich, hat aber eine Wirkung, die inzwischen sogar für eine Wellness-Anwendung Pate stand.

Wellness mit Kapern in ApulienIm Spa der Maizza Torre Coccaro, einem Hotel in den Mauern einer historischen Trutzburg, pflegt man Kopfhaut und Haare mit einer Mischung aus Kapern und Olivenöl. Mit Kapernöl will man den Wachstumszyklus der Haare fördern und damit vorzeitigen Haarausfall bekämpfen. Das Olivenöl legt sich wie ein Mantel um die Haare und schützt gerade nach den schädigenden Einflüssen sommerlicher Sonnenstrahlung die Struktur des Haares. Während der Anwendung wird eine Mixtur, die aus Olivenöl, Kapernpaste und auf den Haartyp abgestimmten Essenzen besteht, aufgetragen und über zwanzig Minuten einmassiert. Nach dem Auswaschen folgt eine Kopfmassage; www.masseriatorrecoccaro.com

Catregory

0 comments

AKTUELLE BEITRÄGE